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„Cross Ticketing“ bzw. „Cross Border Selling“ weiterhin unzulässig

Am 31.07.09 verkündete das OLG Köln ein weiteres Urteil zum Thema „Cross Ticke-ting“ bzw. „Cross Border Selling“. Die Deutsche Lufthansa AG schließt in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen aus, dass die gebuchte Beförderungsstrecke in abweichender Reihenfolge angetreten werden darf.
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen klagte vor dem OLG gegen die Verwendung der entsprechenden Klausel.

Beim sog. „Cross Ticketing“ erwirbt der Kunde oft mehrere Tickets einer Fluglinie. Durch geschicktes einplanen der Mindestaufenthaltsfristen stellt es sich oft als günstiger für den Kunden heraus bsp. zwei Hin- und Rückflugtickets zu kaufen anstatt eines Normalfluges. Dabei werden von den Kunden nur Teilstücke der Beförderungsstrecke tatsächlich belegt. Der Kunde plant von vorneherein Flugscheine verfallen zulassen.
Dieses findige Vorgehen wollte die Lufthansa ausschließen, indem die Coupons für Teilflüge nur die Gültigkeit behalten wenn sie komplett in gebuchter Reihenfolge angetreten werden.

Konträr zur Vorinstanz sieht das OLG Köln keine unangemessene Benachteiligung der Kunden.
Die Preise der Flugtickets setzen sich aus vielerlei Faktoren zusammen, u.a. Flugstrecke, Datum der Reise und Marktverhältnisse am Abflugort. Die Richter bezeichnen das „Cross Ticketing“ als findige Möglichkeit das Tarifsystem der Lufthansa „auszutricksen“. Die Fluggesellschaft biete ihre Tickets, zu von ihr festgelegten Preisen an. Damit bringe sie zum Ausdruck zu welchen Konditionen ein Beförderungsvertrag zustande kommen soll. Dieses drücke ebenso aus, dass sie nicht willens ist, den Kunden zu günstigeren Konditionen bloß auf Teilstücken zu befördern. Daher stelle es eine berechtigte Wahrnehmung der Interessen dar, wenn „Cross Ticketing“ durch die Lufthansa ausgeschlossen wird. Der Kunde, der von Anfang an das Ticket nur teilweise nutzen wolle, verdiene auch keinen Schutz, so die Richter. Das Tarifsystem der Lufthansa stelle keine unangemessene Benachteiligung der Kunden dar.

Die Revision gegen das Urteil aufgrund der grundsätzlichen Bedeutung und der ab-weichenden Entscheidungen anderer Gerichte wurde zugelassen.

© Alwin Kessler, Stefan Müller-Römer, August 2009, Alle Rechte vorbehalten

 
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