Tel.: 0221-272348 -0
Fax: 0221-272348 -99
Mail: kanzlei@wmrk.de
Wissenswertes
  · zu "Wissenswertes"
Rechtfertigt Rückfall eines Alkoholsüchtigen eine Kündigung?

Trinkt ein Arbeitnehmer in seiner Freizeit, reicht dies grundsätzlich nicht für eine Kündigung aus. Auch dann nicht, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Vorfeld vereinbart hatten, dass der Arbeitnehmer wegen seiner Alkoholsucht eine Therapie machen müsse.

Die Kündigung wegen Alkoholsucht ist eine sog. „krankheitsbedingte Kündigung“. Damit diese wirksam ist, muss unter anderem eine „erhebliche Beeinträchtigung der betrieblichen Interessen“ vorliegen. Im vorliegenden Fall arbeitete der Arbeitnehmer als Betriebselektriker. Bisher war der Arbeitnehmer nicht alkoholisiert zur Arbeit gekommen. Aufgrund der Gefährlichkeit seiner Tätigkeit wollte der Arbeitgeber jedoch auch ohne vorherigen Zwischenfall die Kündigung aussprechen. Dies hat das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg jedoch abgelehnt. Solange der Arbeitnehmer nicht alkoholisiert bei der Arbeit erscheint, liegt keine Beeinträchtigung der betrieblichen Interessen vor. Diese Beeinträchtigung kann sich auch aus erheblichen Fehlzeiten und daraus resultierenden Kosten der Lohnfortzahlung ergeben. Dazu hatte der Arbeitgeber hier jedoch keine Angaben gemacht. Deshalb konnte die Kündigung nicht auf die Alkoholkrankheit des Arbeitnehmers gestützt werden.

Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 05.09.2012, Az. 15 Sa 911/12
 
Kanzlei | Anwälte | Service | Portfolio