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Will der Arbeitgeber eine schlechtere Note als „gut“ im Arbeitszeugnis vergeben, muss er sich rechtfertigen

Vor dem Berliner Arbeitsgericht (ArbG) stritten die Parteien über den Inhalt eines Arbeitszeugnisses. Der Arbeitgeber hatte die Formulierung „zur vollen Zufriedenheit“ verwendet, was in der Arbeitszeugnissprache der Note „befriedigend“ entspricht. Die Arbeitnehmerin wollte jedoch bescheinigt sehen, dass sie ihre Arbeit „zur vollsten Zufriedenheit“, also „gut“, erledigt hat.

Generell gilt, dass der Arbeitgeber als Aussteller des Zeugnisses die Grundlagen der Beurteilung beweisen muss. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat diesen Grundsatz jedoch eingeschränkt. So muss ein Arbeitnehmer, der eine Bewertung seiner Arbeitsleistung als überdurchschnittlich verlangt, hierfür Beweise erbringen. Wenn also eine der Parteien nach oben oder unten vom Durchschnitt abweichen möchte, ist sie diesbezüglich beweispflichtig.

Im Fall des ArbG Berlin wurde ein Beweis seitens des Arbeitgebers nicht erbracht. Damit musste eine durchschnittliche Leistung bescheinigt werden. Aufgrund der Praxis, dass mittlerweile ca. 86 % der Arbeitszeugnisse mit „gut“ oder besser benotet werden, stellte das Gericht fest, dass bereits eine Note von „befriedigend“ besonders begründungsbedürftig ist.
 
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