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Inhalt des Facebookprofils kann Grund für fristlose Kündigung sein:

Das Landesarbeitsgericht (LArbG) Hamm hatte sich mit Äußerungen auf sozialen Netzwerken zu befassen. Ein Auszubildender hatte bei Facebook in seinem Profil als Arbeitgeber „menschenschinder & ausbeuter“ angegeben. Außerdem hatte er sich als „Leibeigenen“ bezeichnet und seine Tätigkeit mit „daemliche scheisse fuer mindestlohn – 20% erledigen“ beschrieben. Diese öffentlich einsehbaren Einträge nahm der Ausbilder zum Anlass die fristlose Kündigung zu erklären.

Die Vorinstanz hatte eine fristlose Kündigung noch für unwirksam erklärt. Zu Gunsten des Auszubildenden wurde die Meinungsfreiheit und die Besonderheiten des Auszubildendenverhältnisses angeführt. Deshalb hatte das Gericht trotz des beleidigenden Inhalts des Profils eine vorherige Abmahnung verlangt.

Nun hat das LArbG Hamm jedoch zu Gunsten des Arbeitgebers entschieden. Der Inhalt des Facebookprofils war nicht hinzunehmen. Zum fraglichen Zeitpunkt war der Auszubildende 26 Jahre alt, weshalb hier keine besondere Rücksicht auf die gegebenenfalls noch fehlende Reife eines Auszubildenden zu nehmen war. Den Einwand, dass es sich nur um lustige Übertreibungen handelt, ließ das LArbG nicht gelten, da der Auszubildende davon ausgehen musste, dass derartige Äußerungen in der Öffentlichkeit Auswirkungen auf das Bestehen des Ausbildungsverhältnisses haben werden.

Für Arbeitnehmer zeigt das Urteil auf, dass bei negativen Äußerungen über den eigenen Arbeitgeber höchste Vorsicht geboten ist. Dies gilt insbesondere im Internet, da erstens die Dokumentation für den Arbeitgeber leicht ist und zweitens ist die restlose Beseitigung einmal online gestellter Angaben oft nur schwer bzw. zeitversetzt möglich.

Pressemitteilung des LArbG Hamm vom 10.10.2012, Az. des Urteils: 3 Sa 644/12
 
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