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Wissenswertes
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Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung am ersten Tag

In § 5 Abs. 1 EFZG wird der Arbeitnehmer verpflichtet, im Krankheitsfall eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen. Normalerweise gilt dies erst bei einer Krankheitsdauer von mehr als drei Tagen. Der Arbeitgeber kann jedoch schon vorher die Bescheinigung verlangen.

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hatte nun die Frage zu klären, ob der Arbeitgeber besondere Gründe braucht, um schon ab dem ersten Krankheitstag eine ärztliche Bescheinigung zu verlangen. Im vorliegenden Fall hatte eine Arbeitnehmerin eine Dienstreise beantragt, die jedoch nicht genehmigt wurde. Daraufhin fehlte sie an dem Tag der geplanten Dienstreise und meldete sich krank. Ab sofort wollte dann der Arbeitgeber in Zukunft schon ab dem ersten Tag eine entsprechende Bescheinigung sehen. Dagegen wehrte sich die Arbeitnehmerin vor Gericht. Jedoch ohne Erfolg. Das BAG hat festgestellt, § 5 Abs. 1 S. 3 EFZG keine weiteren Voraussetzungen aufstellt. Deshalb kann der Arbeitgeber frei entscheiden, ab wann er ein ärztliches Attest sehen will. Auch für jeden Arbeitnehmer einzeln und ohne vorherige konkrete Verdachtsmomente.

Jedoch ist Vorsicht geboten. Auch hier gelten die Diskriminierungsverbote. So wäre es unzulässig von allen weiblichen Arbeitnehmern bereits vom ersten Tag an ein Attest zu verlangen.

Pressemitteilung des Bundesarbeitsgerichts zum Urteil vom 14.11.2012, Az. 5 AZR 886/11
 
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