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CC-Lizenzen – Yahoo verkauft Flickr-Fotos

Yahoo, das Mutterunternehmen des Online-Dienstleistungsportals Flickr, hat eine neue Geschäftsstrategie: Hochgeladene Bilder lässt Yahoo auf Leinwand drucken und verkauft sie zu hohen Preisen. Den Erlös behält Yahoo für sich – und das sogar legal.

Die betroffenen Fotografen hatten im Sinne der Internet-Gemeinschaft bei Veröffentlichung ihrer Werke CC-Lizenzen ausgewählt, die weitreichende Rechte für jedermann einräumten, inklusive der kommerziellen Nutzung. CC steht für Creative Commons, grob übersetzt Kreatives Allgemeingut.

In der Flickr-Hochlademaske sind die weitreichenden Lizenzen die letzten drei Optionen unter „Eigentümereinstellungen“. Das Auswählen dieser kommerziell nutzbaren Lizenzen ermöglichte das Verhalten von Yahoo.

Wenn Sie selbst also Ihre Fotos auf ein Portal wie Flickr hochladen wollen, passen Sie also genau auf:

Achten Sie darauf, die kommerzielle Nutzung nicht zu erlauben!

Auf Flickr wählen Sie dazu eine der ersten drei CC-Lizenzen („Namensnennung-Nicht kommerziell-Creative Commons“). Die erste davon („Weitergabe unter gleichen Bedingungen“) unterbindet am sichersten ein Vorgehen wie das von Yahoo, da dann der Nutzer Ihres Fotos seinerseits das Foto nur zu nicht kommerziellen Bedingungen weitergeben kann.

Nachträglich einschränken lässt sich so eine Lizenz für bereits hochgeladene Fotos übrigens nur für die Zukunft: Sie können – was wir empfehlen, wenn Sie bisher die kommerzielle Nutzung erlauben – nachträglich eine andere CC-Lizenz für Ihre Bilder auswählen. Wenn ein Nutzer, z.B. Yahoo, aber bereits unter der davor geltenden Lizenz Ihr Bild genutzt hat, bleibt diese Freigabe bestehen. Für neu hochzuladende Bilder ist es möglich und empfehlenswert, direkt eine nicht kommerzielle Lizenz auszuwählen.

Aber auch bei dieser Lizenz kann es Rechtsprobleme geben. Dazu gehören Fälle wie der des OLG Köln (Urteil vom 31.10.2014 – 6 U 60/14), in denen nicht klar ist, ob überhaupt eine kommerzielle Nutzung vorliegt.

Veröffentlichung auf werbefreier Website ist keine kommerzielle Nutzung

Der Kläger, ein Fotograf, hatte in diesem Fall ein Foto auf Flickr veröffentlicht. Deutschlandradio, die Beklagte, verwendete dieses Foto auf ihrer werbefreien Webseite. Der Kläger klagte auf Unterlassung und Schadensersatz.

Das Oberlandesgericht gab dem Unterlassungsbegehren statt, nicht aber dem Schadensersatzanspruch. Eine kommerzielle Nutzung liege nicht vor. Der Unterlassungsanspruch bestand trotzdem, weil Deutschlandradio das Bild verändert hatte: der Bildrand inklusive des Namens des Urhebers wurde weggeschnitten. Das Gericht sah dies als eine nicht von der CC-Lizenz gedeckte Bearbeitung an.

Je klarer Lizenzverträge formuliert sind, desto einfacher ist die Feststellung, ob dagegen verstoßen wurde oder nicht. Bei Flickr steht Ihnen das eigene Formulieren nur insoweit offen, als dass Sie die Option „Keine (alle Rechte vorbehalten)“ wählen und mit Interessenten eine individuelle Lizenz ausmachen.

Wenn Sie vor der Frage stehen, wie Sie rechtssicher formulieren, empfehlen wir die Formulierung „nur rein private Nutzungen sind erlaubt“.

Eine Beratung durch Spezialisten wie uns kann Ihnen bares Geld sparen und einbringen.

Originaltext der CC-Lizenzen in der von Flickr gewählten Reihenfolge:

    Nicht kommerziell:
  1. http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/legalcode
  2. http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/de/legalcode
  3. http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/legalcode


    Kommerziell
  1. http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/legalcode
  2. http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode
  3. http://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de/legalcode


© November 2014, Juliane Kern, Stefan Müller-Römer, Alle Rechte vorbehalten

 
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