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Fremder Lebenslauf darf auf eigener Website gezeigt werden

Das LG Hamburg entschied mit Urteil vom 13.03.2009, dass im Rahmen einer rechtlichen Auseinandersetzung über den Werdegang einer Person der Lebenslauf der betreffenden Person angezeigt werden darf, ohne eine Urheberrechts- oder Persönlichkeitsrechtsverletzung zu begehen.

Geklagt hatte ein Medienrechtsanwalt, der im Rahmen seines Internetauftrittes seinen Lebenslauf veröffentlichte.
Beklagter war ein Online-Portal-Betreiber, der Berichte über Urteile in Pressesachen veröffentlicht.
Die Parteien führten eine Vielzahl von Prozessen gegeneinander. Der Beklagte beschäftigte sich auf seinem Online-Portal mit der Person des Klägers und übernahm ohne ausdrückliche Erlaubnis des Klägers den Lebenslauf von dessen Homepage und kommentierte ihn dahingehend, dass einige Passagen seiner Meinung nach nicht der Wahrheit entsprechen würden.

Der Medienrechtsanwalt sah sich in seinem Urheberrecht am Lebenslauf verletzt und begehrte Unterlassung.

Die Richter erkannten grundsätzlich einen Eingriff in das Urheberrecht des Medienrechtsanwaltes an. Dennoch stellte das Gericht weiter fest, dass der Eingriff vom Zitatrecht gedeckt sei. Im Hinblick auf die Erörterung der Glaubwürdigkeit des Medienrechtsanwaltes stelle das Einbringen des Lebenslaufes bloß ein Zitat dar. Der Medienrechtsanwalt sei selbst in die Öffentlichkeit getreten und müsse mit der kritischen Diskussion des von ihm selbst veröffentlichten Lebenslaufes leben.

© Alwin Kessler, Stefan Müller-Römer, August 2009, Alle Rechte vorbehalten

 
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